Buchempfehlung: „THE LITTLE BOOK of BEHAVIORAL INVESTING“ von James Montier

Da laut meiner Umfrage meine Leser, neben dem passiven Investieren, die Investment Strategie von James Montier am meisten interessiert (21,43%), habe ich begonnen, mich mit diesem Value Investor näher zu beschäftigen und werde in Zukunft mehrere Blogartikeln über ihn bzw. über seine Aktien Investment Strategie auf meinem Investment Blog veröffentlichen.

Mein erstes Buch von James Montier, das ich die letzten zwei Tage gelesen habe, werde ich dir heute vorstellen: The Little Book of Behavioral Investing – How not to be your own worst enemy. Dieses kleine Buch von James Montier behandelt die Grundlagen der Börsenpsychologie, die wiederum die Grundlage seiner Investment Strategie bzw. seines Investmentansatzes darstellt.

Regel # 1 der Börsenpsychologie: Voreingenommenheit gegenüber Ausgänge von Ereignissen

Wissenschaftliche Studien belegen: Wenn wir glauben, das Ergebnis eines gewissen Ereignisses zu kennen (z.B. ob der Kurs einer Aktie fallen oder steigen wird), werden wir dazu verleitet, Beweise für unsere These zu suchen. Wenn wir keinen Beweis finden, erfinden wir einen. Wir suchen nicht die objektive Antwort auf unsere Frage, sondern legen uns unser Ergebnis zurecht. Anders ausgedrückt gehen wir voreingenommen vor. Was nützt uns nun die ganze Analyse, wenn dessen Ausgang sowieso im Vorhinein klar ist? Natürlich nichts!

Deshalb müssen wir unser Gehirn überlisten. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Kriterien für eine gewisse Investmententscheidung (buy, hold, sell) vor der Aktien Analyse feststehen und objektiv bewertbar sind. Daher empfehle ich dir für dein Investmentsystem immer objektive Kennzahlen, nach denen du deine Aktien bewertest, heranzuziehen. Das empfehlen auch Psychologen, die sich intensiver mit der Börse beschäftigen, um sich vor diesem Streich, der uns von unserem Gehirn gespielt wird, zu schützen. Dein größter Feind an der Börse bist du selbst!

Regel #2 der Börsenpsychologie: Angst verändert die Reaktion beim Eintreten gewisser Ereignisse.

Wir wollen unsere Aktien kaufen, wann sie am billigsten zu haben sind. Mit dieser Aussage wird sicher jeder Börsianer übereinstimmen. Doch wann sind die Aktien am billigsten zu haben? Wann der Kurs fällt!

Komisch, genau dann möchten nur noch ganz wenige Investoren die Schnäppchen, die ein Crash zu bieten hat, einsammeln. Oder wer von euch hat schon mal Aktien zugekauft, nachdem der Kurs um 50% gefallen ist? Meist trifft genau das Gegenteil zu: Die Aktien werden aus Angst verkauft und damit Verluste realisiert.

Der Investor sollte sich bereits vor dem Kauf einer Aktie überlegen, ob er diese auch noch nach dem Abrutschen des Kurses in seinem Depot halten möchte. Wenn nicht, braucht er sie gar nicht erst kaufen!

Regel #3 der Börsenpsychologie: die richtige Herangehensweise an die Analyse

Die meisten Privatanleger analysieren ihre Aktien mit dem Hintergrundgedanken, warum sie ein Investment eingehen möchten. Die richtige Grundfrage wäre jedoch: Warum sollte ich diese Aktie nicht kaufen? Wenn du nur einen Grund findest, eine Aktie nicht zu kaufen, solltest du diese lieber sein lassen. Dieser Vorgang nennt sich Falsifikation.

Regel #4 der Börsenpsychologie: Überschätzung

Wenn du eine Umfrage machst und die Frage „Fährst du besser Auto als der Durchschnitt?“ stellst, wirst du von 80% der Befragten die Antwort „Ja.“ hören. Wies ist das mathematisch möglich? Der Durchschnitt ist ein Mittelwert. Das bedeutet, es können maximal 50% besser als der Durchschnitt sein.

An der Börse ist es nicht anders. Wenn du viele Börsianer fragst, ob sie besser als der Durchschnitt abschneiden, werden sie dir dies bestätigen. Diese Aussage kann aber nur falsch sein, da der Durchschnitt als Mittelwert definiert wird. Ableitend kann man nur sagen, dass sich die meisten Autofahrer bzw. Aktionäre maßlos überschätzen.

Regel #5 der Börsenpsychologie: „Experten“ einen Glauben zu schenken

Generell solltest du deine Investmententscheidungen nicht anhand Meinungen, sondern mithilfe von harten Fakten – Optimal sind Kennzahlen. – fällen. Besonders die Prognosen von den sogenannten „Experten“, die sich auch Analysten nennen, sind dabei besonders gefährlich. Der Name Analysten ist meiner Meinung völlig verkehrt gewählt, eigentlich müssten sie Prognisten heißen. Denn unsere „Analysten“ stellen keine Analysen sondern Prognosen auf, die sie zuhause mithilfe ihrer Zauberkugel recherchieren; vielleicht sind sie auch Hellseher oder Aliens.

Studien belegen jedoch, dass die Zauberkugelexperten den tatsächlichen Kursen hinterherhinken; d.h. sie konnten die Voraussagen erst treffen, nachdem die Ereignisse schon eingetroffen sind. Welche Kunst!

Was ist nun das gefährliche an unseren Analystenfreunden?

Die vorausschauenden Glaskugeldenker geben sich als Experten aus. Dies verleiht ihnen eine gewisse Autorität. Deshalb glauben ihnen jene Menschen, die es nicht besser wissen. Das sind vor allem Anfänger bzw. Börsianer, die sich noch nicht viel mit der Börse beschäftigt haben. Diese kaufen die Börsenbriefe unserer „Analysten“, geben dafür ihr hart verdientes Geld aus, das ihnen später beim Investieren fehlt, und was bekommen sie dafür? Schrott! Gestreckt mit Müll!

Regel #6 der Börsenpsychologie: Prognosen

Dass wir den Prognosen der „Analysten“ keinen Glauben schenken dürfen, haben wir bereits im letzten Kapitel (Regel #5 der Börsenpsychologie) gelernt. Einige Privatanleger machen jedoch ihre Investmententscheidungen anhand selbst erstellten Prognosen fest. Wir haben jedoch genauso weinig wie die „Analysten“ eine Glaskugel zuhause und wissen nicht, was die Zukunft bringt. Anstatt diese Prognosen aufzustellen, könntest du auch eine Münze würfen. Das hätte den selben Effekt und spart Zeit.

Unter folgenden Link kannst du das Buch „THE LITTLE BOOK of BEHAVIORAL INVESTING“ von James Montier auf Amazon bestellen:
http://www.amazon.de/the-little-book-of-behavioral-investing

Veröffentlicht von

Philipp Kammerer

Philipp Kammerer ist Life Hacker, Blogger und Autor. Er ist auf der Mission, anderen Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen.

Ein Gedanke zu „Buchempfehlung: „THE LITTLE BOOK of BEHAVIORAL INVESTING“ von James Montier“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s