Value Investing: 5 Fragen, die du dir vor dem Kauf einer Aktie stellen solltest

Value Investing: 5 Fragen, die du dir vor dem Kauf einer Aktie stellen solltest

Die Schulglocke klingelt. Denn die erste Stunde beginnt. Es ist der erste Schultag der Volksschulkinder. Im Raum sitzt ein Haufen neugieriger Kinder. Sie beschäftigen sich mit Fragen wie „Warum ist die Tafel grün?“ und „Warum gibt es einen Horizont?“. Während der Schulstunde befinden sich fast alle Hände oben. Denn die wissbegierigen Kinder wollen noch mehr wissen. Und noch mehr. Und noch mehr…

Jedoch werden auch die wissbegierigen Kinder älter, die dann gar nicht mehr so wissbegierig sind. In der Oberstufe beschäftigen sich die Jugendlichen nun mit Fragen wie „Wie ist ein Molekül aufgebaut?“ und „Wie können Formeln bewiesen werden?“. Im Unterreicht finden sich nur mehr vereinzelt Hände in der Luft.

….Und nach der Matura (Abi) haben die meisten ausgelernt.

„Wer nicht fragt, bleibt dumm.“

Das ist auch beim Investieren so. Vor allem beim Value Investing.

Daher solltest du dir vor dem Kauf einer Aktie immer gewisse Fragen stellen. Diese Tugend haben leider bereits junge Erwachsene verlernt. Denn sie wissen bereits alles.

Wirklich? Alles?

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ – Albert Einstein

In diesem Artikel geht es um genau das: Um das gezielte Fragenstellen.

Wenn du noch mehr über das Value Investing erfahren möchtest, kann ich dir nur das Buch Value Investing: Tools and Techniques for Intelligent Investment von James Montier empfehlen. Aus diesem Buch habe auch ich einen Großteil meines Wissen zu diesem Thema. Bei Amazon kannst du es für einen nicht allzu hohen Preis bestellen.

  1. Wieso sollte ich dieses Investment nicht besitzen?

Die meisten Investoren stellen sich die Frage: „Warum sollte ich dieses Investment besitzen?“

Was ist dabei der Fehler?

Wenn du dir diese Frage stellst, suchst du Gründe für das Kaufen einer Aktie. Du suchst also nach einer Bestätigung deiner Analyse.

Aber du solltest vielmehr nach einen Widerspruch zu deiner Analyse suchen.

Beim Lesen des Buches Value Investing: Tools and Techniques for Intelligent Investment von James Montier habe ich gelernt mir folgende Frage zu stellen: „Warum sollte ich dieses Investment nicht besitzen?“

Was erreiche ich damit?

Dadurch suchst du nach Argumente, die gegen deine Analyse sprechen. Und nicht für deine Analyse.

Ich sage immer: „Seine eigene Analyse beweisen zu können, ist nicht schwer. Sie aber widerlegen zu können, umso mehr.“

Was meine ich damit?

Wenn du deine eigene Analyse tatsächlich widerlegst, zweifelst du damit deine eigene Analyse als fehlerhaft an. Sonst würdest du sie ja nicht widerlegen können. Kennst du jemanden, der seine eigenen Fähigkeiten gerne anzweifelt?

Ich glaube nicht. Da wir Menschen immer den einfachsten Weg gehen, suchen wir von Anfang an Argumente, die für uns sprechen. Das ist angenehmer. Und uneffektiver!

2. Welche Alternativen zu meinem Investment gibt es?

Du bist noch immer von deinem Investment überzeugt?

Dann solltest du dich fragen, welche Alternativen es zu deinem Investment gibt. Vielleicht findest du ja eine noch bessere Möglichkeit.

Analysiere immer mehrere Aktien des selben Marktes!

Du möchtest dir eine deutsche Aktie kaufen?

Dann analysiere doch den ganzen DAX! Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du ein noch besseres Investment findest. Mit einer noch höheren Rendite.

Diese Möglichkeit möchtest du dir doch nicht entgehen lassen. Oder etwa doch?

Hättest du zum Beispiel vor nicht allzu langer Zeit den ganzen DAX nach der Levermann Strategie analysiert.

Was wäre dann?

Dann hättest du bemerkt, dass die Aktie VW das attraktivste Investment im ganzen DAX darstellt. Und siehe da! VW ist seitdem über 20% gestiegen.

Hättest du aber die erstbeste deutsche Aktie, die dir gerade in den Sinn kommt, gekauft. Dann hättest du mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit dieses Investment verpasst.

Warren Buffett, der großartigste Value Investor unserer Zeit, vergleicht das Investieren mit Baseball: Immer wieder kommen Bälle auf dich zu. Das Gute daran ist, dass du  die Entscheidungen selbst treffen kannst:

  • Willst du bei diesen Ball schlagen?
  • Oder möchtest du den Ball vorbeilassen?

Beim Investieren ist es nicht anders:

  • Willst du bei diesem Investment zuschlagen?
  • Oder möchtest du lieber passen?

Aber verpasse dabei nicht den Fat Pitch! Das sind die lukrativen Investments. Die anderen kannst du ruhig vorbeilassen.

3. Welche Risiken gehe ich mit meinem Investment ein?

Bevor du einem Investment zustimmst, musst du dich immer fragen: „Welche Risiken gehe ich mit diesem Investment ein?“

Warum ist das so wichtig?

Egal ob du ein hohes oder niedriges Risiko eingehst. Du musst diesem Risiko bewusst in die Augen schauen!

Was passiert, wenn ich mir meinem Risiko nicht bewusst bin?

Dann wirst du bei der kleinsten Korrektur des Aktienkurses in Panik geraten. Und das ist der Tot des Investors. Im schlimmsten Fall wirst du das Investieren ganz aufgeben.

Lerne daher einzuschätzen, welche Risiken du mit deinen Investments eingehst.

Mit Risiko meine ich aber nicht die Volatilität einer Aktie. Ich weiß auch nicht, warum diese beiden Begriffe immer gleichgesetzt werden. Als langfristig denkender Value Investor, kann dir die Volatilität egal sein!

Was ich unter Risiko verstehe, ist das Risiko eines Totalverlustes!

Diesem Risiko solltest du dir bewusst sein! Denn in diesem Fall ist dein Geld wirklich weg.

Wie hoch ist das Risiko, dass dein Unternehmen bankrott geht?

4. Welche Rendite ist im Vergleich zum Risiko möglich?

Du bist dir deinem Risiko bewusst? Wirst du denn dafür entsprechend bezahlt?

Je höher dein Risiko ist, desto besser sollte die mögliche Rendite sein. Es macht keinen Sinn ein hohes Risiko mit geringer Gewinnchance eizugehen. Dann könntest du ja auch gleich in das Casino gehen!

Du musst deine Risikotoleranz auch geltend machen!

Wenn du schon ein hohes Risiko eingehst, muss auch die Rendite stimmen. Wenn ein Investment wenig Rendite hergibt, sollte das Risiko entsprechend gering sein.

Setzte die mögliche Rendite immer mit dem vorhandenen Risiko ins Verhältnis!

Nur so kannst du entscheiden, ob du ein gutes Investment eingehst.

Wann ist ein Investment gut?

  • Hohe Rendite bei einem hohen Risiko.
  • Niedriges Risiko bei einer niedrigen Rendite.

Wann ist ein Investment nicht gut?

  • Niedrige Rendite bei einem hohen Risiko.

Wann ist ein Investment optimal?

  • Hohe Rendite bei einem niedrigen Risiko.

5. Was sagen Andere zu diesem Investment?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, was Andere zu deinem Investment sagen.

Damit meine ich aber nicht, dass du stumpf die Meinung von Anderen übernehmen sollest. Es geht vielmehr um die Frage: „Ist dein Investment eine Glitzeraktie?“ Oder anders ausgedrückt: „Wird dein Investment überbewertet?“

Es geht also vielmehr um das Gegenteil. Eine von Analysten gut bewertete Aktie ist kein gutes Investment. Eine von Analysten schlecht bewertete Aktie ist oft ein gutes Investment! Siehe VW!

Und genau das ist das größte Problem des Value Investors: Er muss in die entgegengesetzte Richtung der breiten Anlegermasse investieren. Das ist ungefähr so als würdest du mit einem gebrochenen Arm herumlaufen. Und mit einem gebrochenen Bein!

Die guten Aktien sind  aus fundamentaler Sicht zum diesem Zeitpunkt oft nicht als solche erkennbar. Wer hätte gedacht, dass VW in diesem Ausmaß steigen wird?

Fazit

Mit diesen 5 einfachen Fragen kommst du bereits sehr weit. Dafür sind sie umso wichtiger. Stelle sie dir vor jedem Kauf einer Aktie! Und konzentriere dich dabei auf das Wesentliche!

„Investing is simple but not easy!“ – Warren Buffett

Du möchtest mehr über das Thema Value Investing wissen? Dann empfehle ich dir das Buch Value Investing: Tools and Techniques for Intelligent Investment von James Montier zu lesen.

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Über den Autor:

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Philipp Amadeus Kammerer ist der Gründer von Investment Amad€. Auf seinem Investment Blog zeigt er dir mehr über verschiedene Investment Strategien.

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Veröffentlicht von

Philipp Kammerer

Philipp Kammerer ist Life Hacker, Blogger und Autor. Er ist auf der Mission, anderen Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen.

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