7 Gründe, warum für die meisten Privatanleger nur das passive Investieren Sinn macht

Ich habe mir Gedanken gemacht.

Gedanken über meine Investment Strategie.

Du weißt: Ich investiere mit der Levermann Strategie.

Christoph hat mich aber mit seinem Artikel zum Nachdenken gebracht.

Ist ein aktive Investment Strategie wirklich sinnvoll? Was habe ich von ein paar % mehr Rendite?

Ich habe mir das Buch Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs gekauft.

Und das Buch öffnete mir wortwörtlich die Augen.

Und genau das mache ich mit diesem Artikel:

Dir die Augen öffnen.

  1. Die 50/50 Regel

Schlägst du den Markt wirklich?

Wenn du diese Frage in einen Raum von aktiven Anlegern wirfst, wirst du zu ca. 90% die Antwort bekommen: „Ja, natürlich!“

Genauso wie jeder Mann glaubt, dass er überdurchschnittlich gut im Bett ist.

Rechnerisch können diese beiden Szenarien aber nicht stimmen. Denn es liegen immer 50% über dem Durchschnitt. Und 50% unter dem Durchschnitt. Sonst wäre es ja nicht der Durchschnitt.

Vor Steuern und Kosten erzielen also 50% der Anleger Überrenditen. Und 50% erzielen Unterrenditen.

Und wer glaubst du outperformt den Markt eher?

Der kleine Privatanleger? Oder die großen Institutionen?

Die Antwort liegt auf der Hand. Die großen Institutionen beschäftigen sich tagtäglich mit der Thematik. Es ist ihr Hauptberuf.

Meist kümmern sich mehrere Investoren um ein Depot. Und das 40 oder mehr Stunden in der Woche. Diese Zeit hast du nicht.

Und sie haben Unmengen an Geld. Der Einfluss von großen Geldmengen darf an der Börse nicht unterschätzt werden. Dadurch macht sich eine Outperformance auch viel besser bezahlt.

2. Kosten

Den Markt schlagen zu wollen kostet Geld.

Möchtest du den Markt timen, bezahlst du hohe Transaktionskosten. Kaufst du dir aktive Fonds, bezahlst du hohe Ausgabeaufschläge.

Auch ein ETF verlangt Gebühren. Aber diese sind extrem gering. Sie liegen zwischen 0,1 und 0,5%.

Und Gebühren haben einen Einfluss auf die Performance. Und damit auch auf dein Vermögen.

Angenommen du hast die beiden Investmentfonds Aktiv und Passiv zur Auswahl. Und du investierst 10.000€ bei einer Rendite von 10%. Wie würden sich die beiden Portfolios entwickeln?

Nach 10 Jahren wäre der Fonds Aktiv 19.700€ wert. Der Fonds Passiv 25.200€. Das ist ein Unterschied von 28%.

Nach 20 Jahren hätte der Fonds Aktiv einen Vermögensendwert von 38.700€. Und der Fonds Passiv von 63.700€. Der Unterschied beträgt 63%.

Nach 30 Jahren wäre der Fonds Aktiv auf ein Vermögen von 76.100€ gewachsen. Und der Fonds Passiv auf 160.800€. Der passive Fonds hat sich um 111% besser entwickelt als der aktive. Das ist mehr als das Doppelte!

3. Rendite entsteht durch Risiko

Rendite entsteht durch Risiko. Das ist ein allgemein bekanntes Gesetz der Finanzwissenschaften. Und das kann niemand außer Kraft setzen. Auch nicht die teuren Fondsmanager.

Auch wenn sie das gerne behaupten.

Dieses Gesetzt ist so wie die Schwerkraft. Diese kann auch nicht außer Kraft gesetzt werden. Und sie wird auch nicht hinterfragt.

Komischerweise behaupten immer wieder „Vermögensberater“ eine Geldanlage mit hoher Rendite und niedrigem Risiko zu haben. Das ist ungefähr so als würdest du sagen: Der Apfel fliegt in den Himmel, wenn er herunterfällt.

Und genau das ist der springende Punkt. Eine zusätzliche Rendite entsteht immer durch einem zusätzlichen Risiko. Wenn jemand den Markt schlägt, dann nur aus einem Grund: Er nimmt ein zusätzliches Risiko auf sich.

Warren Buffett investiert nur in Value Aktien. Und nimmt dadurch ein zusätzliches Risiko auf sich. Das Ergebnis ist eine Outperformance.

Überlege dir also gut, ob du eine aktive Anlegestrategie anwenden möchtest. Denn das Ziel einer solchen Strategie ist den Markt zu schlagen. Und das erreichst du nur durch einem zusätzlichen Risiko.

Wenn du nicht den Markt schlagen möchtest, dann kannst du dich auch mit der Marktrendite zufrieden geben. Und passiv investieren. Alles andere wäre sinnlos.

4. Diversifikation

Lege nicht alle Eier in einen Korb!

Diesen Satz wirst du bestimmt schon öfter gehört haben. Aber wie erreichst du eine gute Diversifikation? Indem du in 10 Aktien des DAX investierst?

Nein!

Denn dadurch diversifizierst du nur das Risiko der Unternehmen. Wenn du in Aktien investierst, nimmst du aber noch zwei weitere Risiken auf dich:

  • Das Risiko eines Marktsegmentes
  • Und das Risiko des Aktienmarktes

Durch das Investieren in Einzelaktien minimierst du meist nur die Risiken der Unternehmen. Und ein wenig das Risiko des Marktsegmentes. Aber nur unzureichend. Das letzte Risiko vernachlässigst du ganz.

Durch ETFs hast du die Möglichkeit alle drei Risiken weg zu diversifizieren.

Das Unternehmensrisiko schaltest du bereits durch einen ETF aus. Der MSCI World beinhaltet 1.612 Aktien aus 23 Ländern. Da spielt das Risiko eines einzelnen Unternehmens keine Rolle mehr.

Das Marktsegmentrisiko lässt sich durch ETFs auch leicht lösen. Du kannst durch ETFs in verschiedene Marktsegmente investieren. Zum MSCI World könntest du zusätzlich in den MSCI World Emerging Markets investieren. Dann hast du auch die Schwellenländer abgedeckt.

Das Gesamtrisiko des Aktienmarktes kannst du durch das Investieren in verschiedene Anlageklassen beseitigen. Du könntest in Rohstoff ETCs investieren. Oder in „P2P-Privatkredite“.

5. Die Automatisierung der passiven Investment Strategie

Seit dem Bestehen dieses Blogs predige ich von der Automatisierung der Investment Strategie.

Zur Automatisierung der aktiven Investment Strategie brauchst du aber eine Software. Eine Software, die nach deiner Investment Strategie investiert. Und eine solche Software gibt es noch nicht. Zumindest noch keine zufriedenstellende.

Und wenn du deine passive Investment Strategie automatisierst, brauchst du: einen ETF-Sparplan. Der Aufwand einen solchen einzurichten ist gleich 0.

Und das Beste ist: Du kannst bereits mit 25€/Monat investieren. Eine Empfehlung von mir ist aber mindestens 100€/Monat einzuzahlen. Dann kannst du bereits in 4 ETFs investieren. Und 100€ im Monat kann jeder sparen!

Ist der Sparplan einmal eingerichtet, läuft er automatisiert ab. Der Betrag wird jedes Monat von deinem Konto abgebucht. Und in die ausgewählten ETFs investiert.

Dadurch hast du 3 positive Effekte:

  • Du sparst automatisch.
  • Du sparst dir Transaktionskosten.
  • Du brauchst dich um deine Geldanlage nicht mehr kümmern.

6. Deine Emotionen

„The investor´s chief problem – and even his worst enemy – is likely to be himself“ – Benjamin Graham.

Die häufigsten Fehler von Privatanleger sind psychologische – ausgelöst durch ihre Emotionen.

Wann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass deine Emotionen deine Entscheidungen bestimmen:

  • Mit einer aktiven Investment Strategie mit Stock-Picking und Market-Timing?
  • Oder mit einer passiven Buy-and-Hold-Strategie?

Natürlich mit einer passiven Buy-and-Hold-Strategie. Warum behaupte ich das?

Dafür gibt es 3 Gründe:

  • Als passiver Investor hast du nicht den Druck, den Markt schlagen zu müssen.
  • Mit einer Buy-and-Hold-Strategie bist du gelassener.
  • Ein ETF-Sparplan erfordert von dir keine weitere Handlung.

Mehr über die Börsenpsychologie findest du hier.

7. Zeit = Geld

Welche Investment Strategie erfordert den geringsten Zeitaufwand?

Natürlich eine passive.

Dafür benötigst du nur einen einmaligen Zeitaufwand – um den ETF-Sparplan einzurichten.

Und Zeit ist Geld. Zeit ist sogar noch wertvoller als Geld.

Ich bin mir sicher du hast bessere Sachen zu tun hast als Aktien zu analysieren. Wenn du in dieser Zeit mehr Geld verdienst, kannst du mehr investieren. Wenn du in dieser Zeit dich weiterbildest, verdienst du mehr. Wenn du in dieser Zeit etwas mit deiner Familie machst, fühlst du dich besser.

Es gibt 1.000 sinnvollere Sachen, die du in dieser Zeit machen kannst.

Fazit

Für die meisten Privatanleger lohnt sich die aktive Geldanlage nicht. Du jagst damit einen Wunsch hinterher – den du vielleicht nicht einmal erreichst: die Outperformance.

Und was bringt dir diese Outperformance überhaupt? Du verdienst dadurch nicht wesentlich mehr Geld.

Wenn du dich in dieser Zeit weiterbildest, dann verdienst du wesentlich mehr Geld.

Investierst du schon passiv? Und wenn ja: Warum? Was sind deine Gründe dafür?

Hole dir meinen kostenlosen Kurs: In 3 Schritten zur finanziellen Freiheit!

 

Über den Autor:

philipp

 

Philipp Amadeus Kammerer ist der Gründer von Investment Amad€. Auf seinem Investment Blog zeigt er dir mehr über verschiedene Investment Strategien.

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Veröffentlicht von

Philipp Kammerer

Philipp Kammerer ist Life Hacker, Blogger und Autor. Er ist auf der Mission, anderen Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen.

15 Gedanken zu „7 Gründe, warum für die meisten Privatanleger nur das passive Investieren Sinn macht“

  1. Hallo Philipp,

    bleibt mir eigentlich nur, dir zu dem Buchkauf zu gratulieren 🙂 Ich hatte es vor 2 Jahren zum ersten Mal in den Händen und habe es innerhalb von 24 Stunden verschlungen. Seitdem sehe ich die Wertpapiermärkte mit anderen Augen.

    „Das Gesamtrisiko des Aktienmarktes kannst du durch das Investieren in verschiedene Anlageklassen beseitigen. Du könntest in Rohstoff ETCs investieren. Oder in “P2P-Privatkredite”.“

    Das Gesamtmarktrisiko wird man glaube ich nie komplett aus einem Portfolio herausbekommen. In einem starken Crash steigt beispielsweise auch die Arbeitslosigkeit – in der Folge werden vermehrt P2P-Kredite ausfallen …

    Liebe Grüße
    Christoph

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  2. Hi Philipp,

    schöner Artikel. Auch ich bin ja vollkommen vom passiven Investment überzeugt und gehe auch den Kommer-Weg, abgesehen von P2P. Was das angeht, bin ich schon sehr gespannt, wie sich mein P2P-Portfolio in einem Crash verhält.

    Viele Grüße

    Lars

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