3 Gründe, warum dir dein Vermögensberater vom Indexing abrät

Du machst dich auf den Weg.

Du hast einen Termin mit deinem Vermögensberater.

Das passt dir gut ins Konzept.

Kurz davor bist du auf das Indexing gestoßen. Auf dem ETF-Blog hast du gelesen: „ETFs sind die Zukunft für Privatanleger!“

Und Investment Amad€ sagt: „Für die meisten Privatanleger macht nur das passive Investieren Sinn!“

Du möchtest deinen Vermögensberater fragen, was hinter diesem Indexing steckt. Was hat es mit dem Indexing auf sich?

Bei deinem Vermögensberater angekommen, wirfst du ihm sofort deine Frage vor: „Herr Vermögensberater, ich bin vor kurzem auf das Indexing gestoßen. Können Sie das empfehlen?“

Der Vermögensberater: „Nein, nein. Das lohnt sich nicht. Ich habe bessere Produkte für dich.“

Aber wieso rät dir der Vermögensberater vom Indexing ab? Die Finanz-Blogs haben doch so positiv davon berichtet.

Diese Frage beantworte ich dir in diesem Artikel.

  1. Indexfonds sind Produkte, an denen Vermögensberater wenig verdienen.

„Leider kann man Finanzberatern und Banken nicht trauen, da sie einen Interessenskonflikt unterliegen.“ – John Kay

Es gibt zwei Sorten von Vermögensberatern:

  • Die es nicht besser wissen.
  • Und die es besser wüssten, aber lügen und betrügen.

Vermögens- und Bankberater leben vom Verkauf von Produkten. Es ist eine Frechheit, dass sie sich „Berater“ nennen dürfen. Denn sie sind Verkäufer – und keine Berater.

Sie könnten jetzt einfach hergehen und Indexfonds verkaufen. Dann hätten wir alle was davon. Sie bekommen ihr Geld. Und wir eine gute Geldanlage.

Warum machen sie das nicht?

Die Margen für ETFs und Indexfonds sind verschwindend gering. Das lohnt sich einfach nicht. Ein Fonds mit 5% Ausgabeaufschlag ist eindeutig ein besseres Geschäft.

Daher befinden sich Vermögensverkäufer in einem Konflikt. Einerseits wissen sie, wie schwachsinnig ihre Produkte sind. Aber andererseits leben sie vom Verkauf dieser Produkte. Sie verdienen dadurch ihre Brötchen.

Was für ein zufriedenstellender Beruf! Ich frage mich oft, wie sich diese Menschen noch in den Spiegel schauen können. Ich könnte es nicht.

Die zweite Art von Vermögensverkäufern haben keinen Plan von ihrem Geschäft.

Weißt du wie eine Ausbildung zum Vermögens“berater“ aussieht?

Es ist ein Wochenendkurs. Ein Wochenendkurs!

Und dann darfst du dich Vermögens“berater“ nennen.

Diese Vermögensverkäufer haben entweder selbst kein Geld. Oder sie investieren selbst in aktive Fonds – mit 5% Ausgabeaufschlag.

Ich habe bereits mit mehreren Vermögensverkäufern gesprochen. Ein der beiden Szenarien traf immer zu. Bei einem Vermögensverkäufer ging es sogar soweit, dass er sich Geld ausborgen musste. Weil er kein Geld zum Tanken hatte.

Aber er nennt sich Vermögens“berater“ und „berät“ Andere, vermögend zu werden. 😀

2. Je riskanter das Produkt, desto höher die Provision.

Vermögensverkäufer verdienen ihr Geld durch Provisionen. Und sind auf diese angewiesen.

Die Provisionen unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die Frage ist also: Durch welche Produkte erhält der Vermögensverkäufer die größte Provision?

Interessanterweise sind es die riskanten Produkte. Je riskanter das Produkt, desto höher die Provision.

Woran liegt da?

Die Gewinnmarge ist bei riskanten Produkten deutlich höher. Und auch die Gebühren für den Kunden.

Ein Hedgefonds ist zum Beispiel teurer als ein Publikumsfonds. Und ein Publikumsfonds ist teurer als ein Indexfonds.

Die Vermögensverkäufer werden also monetär motiviert, uns riskante Produkte anzudrehen.

Kein Wunder, dass dir dein Vermögenverkäufer vom Indexing abrät!

Vor der Finanzkrise 2009 wurden Hypothekenanleihen in großem Maß verkauft. Hypothekenanleihen sind Kredite für Häuslebauer.

Die Rentenfonds durften nur in das höchste Rating investieren – also in AAA. Was machte man nun mit den am niedrigsten bewerteten Anleihen? Sie wurden einfach gebündelt und als Parket mit AAA bewertet – wegen der „Diversifikation“.

So konnten die Rentenfonds auch in Hypothekenanleihen mit niedriger Bonität investieren. Und genau diese Rentenfonds wurden von Vermögens – und Bankverkäufern vertrieben.

Das grenzt an Betrug!

3. Hin und Her macht Taschen leer.

Zu häufiges Traden macht deine Taschen leer. Denn du bezahlst bei jedem Kauf und Verkauf Ordergebühren.

Aber zu häufiges Traden macht nicht die Taschen der Vermögensverkäufer leer – sondern voll. Denn sie erhalten die Ordergebühren.

Indexing ist eine passive Buy-and-Hold Strategie. Du investierst und verkaufst nie wieder.

Dieses Konzept gefällt den Vermögensverkäufern nicht besonders. Denn sie machen dadurch kein Geschäft.

Daher lassen sie sich Argumente einfallen, die Buy-and-Hold für tot erklären. Das am häufigsten verwendete Argument ist: Im vergangenen Jahrzehnt (2000 – 2010) waren die Renditen von Aktien negativ.

Das ist schlicht und einfach falsch!

  • In dieser Dekade waren nur die Renditen der Standardwerteaktien negativ. Die Renditen von Schwellenländeraktien waren positiv.
  • In größeren Zeiträumen waren auch die Renditen der Standardwerteaktien positiv.
  • Die Buy-and-Hold Strategie hat nichts mit Aktien zu tun. Und kann auf jede andere Asset-Klasse übertragen werden.
  • In den Börsenjahren 200-2002 und 2008/2009 versagte auch das aktive Anlagemanagement. Der Aktienkurs von Goldman Sachs brach um 78% ein. Und wäre ohne staatliche Unterstützung bankrott gegangen.
  • Durch eine Buy-and-Hold-Strategie erzielte ein Privatanleger vom März 2009 bis April 2015 eine Rendite von 217%. Das ist eine jährliche Rendite von 20,6%.

Dass uns Vermögensverkäufer dazu animieren wollen, häufig zu handeln wundert mich nicht. Lass dich davon nicht beeinflussen!

„Never underestimate the value of doing nothing.“ – James Montier

Fazit

Vermögensverkäufer haben andere Interessen als wir: Wir wollen unser Vermögen vermehren. Und der Vermögensverkäufer möchte sich davon etwas abzwicken.

Diese beiden Interessen lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Der Vermögensverkäufer kann nicht uns und sich selbst reich machen.

Jeder ist sich selbst am nächsten. Daher konzentriert er sich darauf, sich selbst reich zu machen. Und missbraucht uns dafür.

Ein Vermögensverkäufer wird nicht für seine Beratung bezahlt. Dafür bekommt er keinen Cent. Er verdient sein Geld durch den Verkauf von Produkten. Und diese Produkte sind überteuerte Fonds und Versicherungen, die niemand braucht.

Höre daher nicht auf deinen Vermögensverkäufer. Am besten du gehst zu keinen. Wenn du zu einem gehst, dann verlasse ihn!

Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Nimm deine Finanzen selbst in die Hand!

Wenn du dich beraten lassen möchtest, dann gehe zu einem Honorarberater. Honorarberater sind meist selbstständig. Und daher unabhängig.

Und sie verkaufen dir auch nichts. Sie leben rein von der Beratung. Wenn du dich beraten lässt, zahlst du einen gewissen Betrag pro Stunde.

Christoph aus der Finanzküche ist ein Honorarberater. Falls du noch keinen Plan hast, wie du das mit dem Vermögensaufbau angehen sollst, kann ich dir ich ihn empfehlen. Er betreibt selbst das Indexing. Und gibt das Wissen in seinem Blog weiter.

Als zweite Alternative empfehle ich dir das Buch Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs zu lesen. In diesem Buch steht alles, das du über das Indexing wissen musst.

Welche Erfahrungen hast du mit Vermögens“berater“ gemacht?

Schreibe sie in die Kommentare!

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Über den Autor:

philipp

Philipp Amadeus Kammerer ist der Gründer von Investment Amad€. Auf seinem Investment Blog zeigt er dir mehr über verschiedene Investment Strategien.

Folge ihm auf Twitter und Facebook!

 

Veröffentlicht von

Philipp Kammerer

Philipp Kammerer ist Life Hacker, Blogger und Autor. Er ist auf der Mission, anderen Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen.

4 Gedanken zu „3 Gründe, warum dir dein Vermögensberater vom Indexing abrät“

  1. Hallo Philipp,

    ich habe ähnliche Erfahrungen wie du gemacht. Wobei es aber doch immer wieder positive ausnahmen gibt, wo man doch eine vernünftige Beratung bekommt. Ist aber zugegeben sehr selten. Die Honorarberatung wäre ein guter Ausweg aus diesem Dilemma. Aber leider hat sich der Gedanke das eine Finanzberatung Kostenlos sein muss so sehr in den Köpfen gefestigt das es schwer wird die große Masse zu überzeugen. Und so wird leider immer weiter Geld verschenkt und eine Menge Leute leben von der Dummheit anderer Menschen.

    Gruß
    Klaus-Dieter

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