16 Investmentprodukte, von denen du die Finger lassen solltest

Es ist 8 Uhr morgens. Du hast dir heute freigenommen.

Denn du hast heute einen Termin mit deinem Vermögensberater.

Du machst dir noch schnell einen Kaffee. Um deiner Müdigkeit entgegenzuwirken. Du möchtest ja einen guten Eindruck hinterlassen.

Du rennst zu deinem Auto. Es ist schon 8:15. Um halb 9 fängt dein Termin an.

Du bist pünktlich  angekommen. Dein Vermögensberater empfängt dich mit einem Glas Sekt.

„Ich habe schon auf dich gewartet.“, sagt er – mit Dollarzeichen in den Augen.

Euer Gespräch läuft super. Er stellt dir verschiedene Investmentprodukte vor. ETFs sind nicht dabei. Warum erfährst du hier.

Dein Vermögensberater spricht dabei wie Dagobert Duck, der gerade das Geschäft seines Lebens macht.

Beim nächsten Gespräch mit deinem Vermögensberater bist du gewappnet. Denn in diesem Artikel lernst du 16 Investmentprodukte kennen, die du besser vermeiden solltest.

1. Kapitallebensversicherungen

Eine Kapitallebensversicherung ist eine Kombination aus einer Lebensversicherung und eines Wertpapiersparvertrags.

Eine Risikolebensversicherung kann zu viel günstigeren Konditionen abgeschlossen werden. Und jederzeit gekündigt werden.

Die bessere Alternative zu einem Wertpapiersparvertrag wäre ein ETF-Sparplan. Dieser hat weniger versteckte Kosten. Und hat den gleichen Effekt.

Wie du dir einen ETF-Sparplan einrichtest, wird dir im Buch Vorsorgemodell 4.0 erklärt.

2. Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds investieren nicht in Aktien sondern in Projekte. Zum Beispiel in Immobilien, Flugzeuge, Schiffe, Windfarmen, Filme, …

Das Problem dabei, ist dass diese Fonds extrem komplex sind. Und sehr hohe Kosten aufweisen. Diese Kosten fehlen dir bei der Rendite.

Außerdem geht der Anleger Rechts- und Haftungsrisiken dabei ein. Du kannst nicht nur dein eingesetztes Kapital verlieren. Es kann zu einer Nachschusspflicht kommen.

3. Offene Immobilienfonds

Die Bewertung des Immobilienbestandes erfolgt durch die Fondsgesellschaft selbst. Dadurch entstehen intransparente Risiken.

Wie auch andere komplexe Fonds haben die offenen Immobilienfonds hohe laufende Kosten. Auch die Transaktionskosten sind nicht gering.

Die Liquidität der offenen Immobilienfonds ist nicht zu jedem Zeitpunkt gegeben. Es kann dir in Krisenzeiten passieren, dass du sie nicht verkaufen kannst. 2007 und 2013 war das tatsächlich der Fall.

Die bessere Alternative zu offenen Immobilienfonds sind REITs. Ein Real Investment Trust ist eine spezielle Form einer Immobilienaktiengesellschaft. Eine solche REIT-Gesellschaft muss mindestens 90% des Gewinns in Form von Dividenden ausschütten.

4. Dachfonds

Ein Dachfonds ist ein Fonds der in Fonds investiert. Daher der Name Dachfonds.

Dadurch entstehen extrem hohe Kosten. Denn das Management der Dachfonds muss wieder bezahlt werden. Es werden also zwei Ebenen bezahlt.

Publikumsfonds sind schon zu teuer. Dachfonds sind um einiges teurer.

5. Zertifikate

Zertifikate sind rechtlich gesehen Bankschuldverschreibungen. Wenn die Bank in Schwierigkeiten gerät, geht es auch dem Zertifikat nicht besonders gut.

Die Zertifikate der Lehmann Brothers sind heute weniger wert als ein Stein.

Außerdem sind Zertifikate sehr komplex und intransparent. Deshalb verstecken sie auch Kosten.

6. Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen kombinieren das Risiko einer Aktie und die Rendite einer Staatsanleihe.

Das ist nicht besonders clever!

Wenn du das Risiko einer Aktie tragen möchtest, solltest du in eine Aktie investieren. Am besten in Form eines ETFs.

Und wenn du die Rendite einer Staatsanleihe erwirtschaften möchtest, solltest du in eine Staatsanleihe investieren. Am besten in eine mit hoher Bonität und kurzer Laufzeit.

7. Staatsanleihen von Schwellenländern

Staatsanleihen von Schwellenländern sind zwar rentabler als jene von Industrieländern. Aber sie weisen ein höheres Risiko auf.

Sie eignen sich also nicht für den risikolosen Teil deines Portfolios.

Und im risikobehafteten Teil würde ich hauptsächlich auf Aktien setzten. Denn diese können mehr Rendite erwirtschaften.

8. Branchenfonds

Dein Portfolio sollte ein global ausgeglichenes Weltportfolio sein. Investier in die ganze Welt.

Das lässt sich aber mit Branchen-ETFs nur schwer realisieren. Denn es gibt viel mehr kostengünstige ETFs für Länder und Regionen.

Das Übergewicht einzelner Branchen ist keine sinnvolle Anlagestrategie.

Wie du dir ein Weltportfolio aufbaust,  erfährst du hier.

9. Bausparverträge

Ein Bausparvertrag ist ein Mischprodukt aus Anlage und Kredit.

Mischprodukte sind immer die schlechtere Wahl, weil sie unnötig komplex sind.

Als Anlage eignet sich ein Bausparvertrag nicht. Vor allem nicht in der heutigen Niedrigzinsphase.

Aber auch wenn du einen Kredit aufnehmen möchtest empfehle ich ihn dir nicht. Denn die Zinssätze eines „normalen“ Immobilienkredites sind mindestens genauso billig. Wenn nicht billiger.

10. Private Equity

Private Equity ist eine Beteiligung an kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Meist werden sie mit viel Fremdkapital finanziert.

Der Private-Equity-Index erwirtschaftete eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6,3%. Der MCSI World Small Cap 7,1%.

11. Hedge-Fonds

Hedge-Fonds sind extrem intransparent. Denn sie dürfen nicht nur in Wertpapiere in investieren – sondern auch in illiquide Investments. Wie zum Beispiel Kunst.

Viele Hedge Fonds wenden auch eine Shorting Strategie an. Sie wetten auf fallende Kurse. Dadurch erhöht sich ihr Risiko.

Durch ihre Komplexität und Intransparenz sind sie unnötig teuer.

12. Gold

Gold gilt als Krisenwährung. Dass das aber nicht mehr der Fall ist, haben die letzten 5 Jahre gezeigt. Gold ist auf seinem Fünf-Jahres-Tief angelangt.

Was ist das Problem mit Gold?

Gold hat keinen wirtschaftlichen Mehrwert. Unternehmen bieten einen wirtschaftlichen Mehrwert: Sie entwickeln sich weiter.

Aber Gold liegt nur im Tresor rum. Ihr Preis wird allein vom Angebot und der Nachfrage bestimmt.

13. Direktanlage in Rohstoffe

Rohstoffe müssen gelagert werden. In den meisten Fällen kannst diese aber nicht selbst lagern – außer Edelmetalle.

Dadurch entstehen Lagerkosten. Diese Lagerkosten sind meist so hoch, dass eine Direktanlage unrentabel ist.

14. Aktiv gemanagte Aktienfonds

Aktive Fonds haben viel höhere Kosten als ETFs. Ein Ausgabeaufschlag von 5% ist keine Seltenheit.

Die Fondsmanager versprechen den Markt zu schlagen. Aber tatsächlich schaffen das die wenigsten. Und die es schaffen, nicht langfristig.

ETFs und Indexfonds sind die bessere Wahl.

15. Aktiv gemanagte Rentenfonds

Aktive Rentenfonds investieren in Anleihen. Durch die anfallenden Kosten und die geringere Rendite von Anleihen sind diese noch zweifelhafter als aktive Aktienfonds.

Eine mittelfristige Anleihe weist durchschnittlich eine reale Rendite von 2,3% auf. Ein aktiver Rentenfonds die Hälfte.

16. Inverse ETFs und andere Shorting Strategien

Durch eine Shorting Strategie kannst du auf fallende Kurse setzten. Dafür gibt es mittlerweile sogar Inverse ETFs.

Inverse ETFs sind das Gegenpaar zum „normalen“ ETF. Wenn der ETF fällt, steigt der Inverse ETF. Und umgekehrt.

Shorting Strategien sind sehr spekulativ. Und riskant.

Denn der Verlust einer Aktie ist begrenzt. Wenn das Unternehmen bankrott geht, hast du dein eingesetztes Kapital verloren.

Aber eine Aktie kann bis ins Unendliche steigen. Also kann es passieren, dass du mehr Geld verlierst als du eingesetzt hast. Wenn du auf fallende Kurse setzt.

Fazit

In diese 16 Finanzprodukte solltest du nicht investieren. Sie bringen entweder hohe Kosten oder ein hohes Risiko mit sich. Oder beides.

Jürgen hat dazu auch einen guten Artikel geschrieben.

Leider werden dir von deinem Vermögensberater diese Produkte empfohlen. Und nicht ETFs und Indexfonds. Warum erfährst du hier.

Aber jetzt bist du gewappnet. Du kennst jetzt die 16 Finanzprodukte, in die du nicht investieren solltest.

Wenn dir das nächste Mal dein Vermögens- oder Bankberater ein solches Produkt empfiehlt, wirst du hellhörig.

Hast du bereits in eines dieser 18 Investmentprodukte investiert?

Wenn ja, warum?

Schreibe es in die Kommentare!

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Über den Autor:

philipp

Philipp Amadeus Kammerer ist der Gründer von Investment Amad€. Auf seinem Investment Blog zeigt er dir mehr über verschiedene Investment Strategien.

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Veröffentlicht von

Philipp Kammerer

Philipp Kammerer ist Life Hacker, Blogger und Autor. Er ist auf der Mission, anderen Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen.

7 Gedanken zu „16 Investmentprodukte, von denen du die Finger lassen solltest“

  1. Gute Liste. Bisher hatte ich davon »nur« den Bausparplan mit der Minimalsumme. Die Begründung des Bankers damals war dass es ein Steuerprodukt ist und man diese Minimalsumme die man einzahlt wieder über die Steuern zurückbekommt. Deswegen sei es eine gute Anlage.

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  2. Es sind doch 16 Produkte, nicht 18 oder? unten stehen 18.
    Und dieser Satz beim letzten macht auch keinen Sinn: Aber eine Aktie kann bis ins Unendliche steigen. Also kann es passieren, dass du mehr Geld verlierst als du eingesetzt hast. ->Wenn du auf fallende Kurse setzt.

    Wenn du NICHT auf fallende Kurse setzt, oder?

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    1. Hallo Marie,

      ja, es sind 16. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

      Nein, das stimmt schon. Wenn du eine Short-Position eingehst, kannst du unendlich viel Geld verlieren. Weil ja Aktienkurse nach oben nicht begrenzt sind.

      MFG Philipp

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  3. Hallo Philipp,
    das ist eine gute Liste. Ich möchte Dir zustimmen, allerdings ist Gold nicht so uninteressant, wie du es hier dargestellt hast.
    Meine Meinung: Gold eignet sich aufgrund der meist negativen Korrelation zu Akien (etc) sehr gut für eine Rebalancing-Strategie. Außerdem finde ich es allgmein (in der Finanzbloggerlandschaft) etwas gefährlich ein Wertsparportfolio und ETF-Sparplan bedingslos anzupreisen, gerade bei diesen hohen Kursen. Hier werden viele noch dumm aus der Wäsche gucken, wenn die nächste „wirtschaftliche Krise“ kommt. #dasmusstemalgesagtwerden 😉
    MFG
    Johannes

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