Welcher Anlagetyp bin ich?

Nur rote Zahlen im Depot.

Du schläfst schlecht. Deine Tage sind trüb. Du kannst dich auf nichts anderes konzentrieren als dein Depot.

Und eines Tages, wer hätte es gedacht? Du verkaufst dein gesamtes Depot mit großen Verlusten.

Was war dein Fehler?

Du hast deine Risikotoleranz falsch eingeschätzt. Es gibt keinen fataleren Fehler.

Wenn du deine Risikotoleranz zu hoch einschätzt, verkaufst du panisch. Und wenn du sie zu niedrig einschätzt, erwirtschaftest du eine geringere Rendite.

Es ist aber immer besser, die Risikotoleranz zu niedrig als sie zu hoch einzuschätzen. Denn im zweiten Fall machst du hohe Verluste.

Jessica Schwarzer schreibt in ihrem Buch Einfach erfolgreich anlegen von den 3 Anlagetypen. Im Grunde handelt es sich dabei um 3 verschiedene Risikotoleranzen.

In diesem Artikel erkläre ich dir, wovon deine Risikotoleranz abhängt. Und ich stelle dir die 3 Musterportfolios vor, die Jessica mit dem Institut für Vermögensaufbau zusammengestellt hat.

Die richtige Risikotoleranz herausfinden

Die richtige Risikotoleranz herauszufinden, ist das A und O beim Investieren. Machst du dabei nur einen kleinen Fehler, kann das fatale Auswirkungen haben.

Du solltest dich immer fragen: Wie viel Risiko bin ich bereit einzugehen?

Und im Zweifelsfall gehst du immer weiniger Risiko ein. Ein zu geringes Risiko einzugehen, hat kleinere Auswirkungen als ein zu hohes Risiko.

Es wird zwar dann deine Rendite schmäler. Aber dafür reagierst du nicht panisch auf Kursabstürze.

Wovon hängt deine Risikotoleranz ab?

Pauschalisieren lässt sich das natürlich nicht. Es gibt auch keine Formel dafür. Aber es gibt einige Faktoren, die einen Einfluss auf die Risikotoleranz haben:

  • Dein Lebensalter:

Je geringer dein Lebensalter, desto höher ist deine Risikotoleranz. Ein 19-jähriger Student kann mehr Risiko eingehen als ein Pensionist.

  • Deine Börsenerfahrung:

Je höher deine Börsenerfahrung, desto höher ist deine Risikotoleranz. Mit der Erfahrung entwickelst du ein Gespür für fallende Kurse. Einen börsenerfahrenen Anleger macht ein Crash weniger aus als einen Börsenneuling.

  • Dein Anlagehorizont:

Je höher dein Anlagehorizont, desto höher deine Risikotoleranz. Aktien schwanken kurzfristig sehr stark, aber langfristig steigen sie. Hältst du ein Weltportfolio über 10 oder mehr Jahre, ist es fast unmöglich, dass du eine negative Performance erzielst.

  • Deine psychische Verfassung:

Depressive Menschen haben eine niedrigere Risikotoleranz als glückliche. Wenn es dir schlecht geht, ziehen dich fallende Kurse noch mehr hinunter.

  • Deine Fixkosten:

Wenn deine Fixkosten niedrig sind, dann benötigst du auch einen geringeren Notgroschen. Dadurch erhöht sich dein Risiko.

  • Deine Verantwortung gegenüber Mitmenschen:

Wenn du bereits Kinder hast, ist deine Risikotoleranz niedriger als von Kinderlosen. Dann setzt du nicht nur dein Geld aufs Spiel, sondern auch das Essen deiner Kinder.

Aufgrund diesen Faktoren kannst du dich in 3 Anlagetypen einteilen. Jeder Anlagetyp entspricht einer Risikostufe:

  • Konservativ
  • Der Mischtyp
  • Und riskant

Diese 3 Musterdepots empfiehlt Jessica Schwarzer in ihrem Buch:

Der konservative Anlagetyp

Der konservative Anlagetyp versucht sein Depot möglichst schwankungsarm aufzubauen. Dann erleidet er nie große Kursverluste. Und gerät nicht in Panik.

Aktien sind sehr volatil – also schwankungsstark. Deshalb beträgt der Aktienanteil in diesem Depot nur 35%. Und sogar bei den Aktien wird auf eine niedrige Volatilität geachtet.

Die Zusammensetzung des Depots sieht dann wie folgt aus:

  • 30% Staatsanleihen in Euro
  • 25% Unternehmensanleihen in Euro
  • 10% Pfandbriefe in Euro
  • 8% Qualitätsaktien mit hohem Bekanntheitsgrad
  • 8% Schwankungsarme Aktien
  • 8% Value-Aktien
  • 8% Schwellenländer-Aktien
  • 5% Indexierte Anleihen in Euro

Die Staatsanleihen minimieren die Volatilität unseres Depot. Das Ziel des Depots sind geringe Kursschwankungen. Wir investieren bewusst in Anleihen der eigenen Währung. So vermeiden wir das Währungsrisiko. Die Staatsanleihen decken wir mit dem iBoxx Socereigns Eurozone ab.

Die Unternehmensanleihen bilden wir über den iBoxx EUR Liquid Corporate 100 Total Return Index ab. Dieser Index enthält 100 Unternehmensanleihen aus 13 Ländern.

Die Pfandbriefe decken wir mit dem iBoxx EUR Liquid Covered Index ab. Pfandbriefe sind noch sicherer als Staats- und Unternehmensanleihen. Ihr Ausfallrisiko ist geringer.

Die Qualitätsaktien werden mit dem MSCI World Quality abgedeckt. Der Index enthält hoch qualitative Aktien aus Industrieländern. Der amerikanische Anteil macht mehr als 50% der gesamten Marktkapitalisierung aus.

Die schwankungsarmen Aktien decken wir mit dem MSCI World Minimum Volaty ab. Der Index enthält die schwankungsärmsten Aktien. Wer hätte das gedacht? 😀 Und sorgt so für ruhige Nächte.

Die Value-Aktien bringen wir durch den MSCI World Value ins Depot. Die Auswahl der Aktien erfolgt durch klassische Value-Faktoren – wie dem Kurs-Buchwert-Verhältnis.

Die Schwellenländer-Aktien kaufen wir durch den MSCI Emerging Markets. Schwellenländer-Aktien sind nichts für schwache Nerven, aber renditestark. Warum sie auch in das Depot eines konservativen Anlegers gehören, erfährst du hier.

Die inflationsindexierten Anleihen deckst du über den iBoxx Euro Inflation-Linked Total Return Index ab. Eine hohe Rendite darfst du dir durch diese Anleihen nicht erhoffen. Sie dienen nur zur Inflationsbereinigung. Dafür gewehrleisten sie die Sicherheit des Depots.

Der Mischtyp

Der Mischtyp geht mehr Risiko als der konservative aber weniger Risiko als der riskante Anlagetyp ein. Die Bestandteile des Portfolios bleiben bei allen 3 Anlagetypen gleich. Es verändern sich nur die prozentualen Anteile.

Dir ist sicher aufgefallen, dass 2 Bestandteile zu dem Portfolio hinzugekommen sind: Nebenwerte und Dividendenaktien.

Die Nebenwerte decken wir mit dem MSCI Europe Small Cap ab. Dieser Index enthält mehr als 900 Aktien aus 28 Ländern. Er hat den MSCI Europe in den letzten Jahren klar outperformt. Das zeigt die Macht von Nebenwerte.

Die Dividendenaktien beziehen wir über den Stoxx Global Select Dividend 100. Der Index enthält 100 Dividendentiteln. Das sind die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite, die die letzten 5 Jahre die Dividende nicht reduziert haben.

Der riskante Anlagetyp

Mehr Risiko bedeutet mehr Rendite. Das riskante Portfolio hat einen Aktienanteil von 80%.

Das Portfolio ist somit sehr volatil. Es geht oft rauf und runter. Aber der riskante Anlagetyp hält das aus. Denn er hat eine hohe Risikotoleranz.

Fazit

Bei der Zusammensetzung des Portfolios muss immer die persönliche Risikotoleranz beachtet werden. Sonst verlierst du sehr viel Geld.

Jessica Schwarzer gibt jedem Anlagetyp ein Portfolio, das an seine Risikotoleranz angepasst ist. Ihr Buch Einfach erfolgreich anlegen kann ich nur empfehlen.

Wichtig ist, dass du deine Risikotoleranz nie überschätzt. Das machen die meisten Privatanleger. Wähle am Anfang besser eine geringere Risikotoleranz. Du wirst es mir danken.

Als welchen Anlagetyp würdest du dich einstufen?

Als den konservativen oder den riskanten? Oder doch eher als den Mischtyp?

Schreibe es in die Kommentare!

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Über den Autor:

philipp

Philipp Amadeus Kammerer ist der Gründer von Investment Amad€. Auf seinem Investment Blog zeigt er dir mehr über verschiedene Investment Strategien.

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Veröffentlicht von

Philipp Kammerer

Philipp Kammerer ist Life Hacker, Blogger und Autor. Er ist auf der Mission, anderen Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen.

2 Gedanken zu „Welcher Anlagetyp bin ich?“

  1. Hi Philipp
    Danke für den Artikel.

    Übrigens schickst du doch Emails rum, welche finanziellen Fragen wir noch haben. Man kann dir leider nicht antworten, da kommt eine Fehlermeldung!

    Gefällt mir

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