Das Geldsystem verstehen: So einfach, dass es sogar deine Kinder schaffen

„Risiko entsteht daraus, dass man nicht weiß, was man tut.“ – Warren Buffett

Die Finanzindustrie möchte dich hinters Licht führen. Sie schafft ein komplexes Geldsystem mit intransparenten Produkten.

Du kannst in jedem System mitspielen – du musst nur die Regeln kennen.

Chris und Jens von Geldsystem-verstehen.de erklären dir heute, wie das Geldsystem funktioniert.

Anfang 2016 haben wir es mit einer zunehmend ungerechten Welt zu tun. Das liegt nicht zuletzt an einer massiven insbesondere zins- bzw. renditebedingten Vermögensumverteilung. Diese hat eine immer stärker zunehmende Vermögens- und Machtkonzentration an der Spitze der Gesellschaft zur Folge. Der Oxfam-Bericht Anfang 2015 legte offen, dass 62 Menschen auf der Welt mehr besitzen, als die ärmere Hälfte der Menschheit!

Gerade die Deregulierung der Finanzmärkte in den USA führte dazu, dass die oberen 10 Prozent der Bevölkerung seither einen überdurchschnittlichen Einkommenszuwachs verzeichnen konnten, während der Großteil der Menschen sich immer schneller im Hamsterrad des Wirtschaftssystems drehen muss, um die exorbitanten Renditen weniger Reicher zu erwirtschaften.

Dieses Hamsterrad ist wie Treibsand.

Je schneller du darin zu laufen scheinst, umso schneller scheinst du jedoch in zunehmend größere finanzielle Probleme hineingesogen zu werden. So lange bis du bis zum Hals in einem System feststeckst, das eben nicht möchte, dass du aus ihm ausbrichst. Vielleicht gehörst also auch du zu den Menschen die sich immer häufiger folgende Frage stellen:

„Wie kann ich dieses Hamsterrad verlassen?“                   d.png

Dies kann nur über einen Prozess der sukzessiven qualitativen Verbesserung funktionieren. Finanzielle Freiheit ist ein Projekt, das du langfristig angehen musst. Die Steigerung finanzieller Freiheit – wahre (materielle) Autarkie – ist der Zustand einer Person, die bereits den finalen Schritt in die Unabhängigkeit getan und sich vollständig vom System gelöst hat. Zahlreiche Denkanstöße und grundlegende Methoden dies zu erreichen geben wir dir in unserem Buch an die Hand.

Der Dreh- und Angelpunkt in dieser Geschichte ist dabei der fiktive Charakter Rainer Zufall. Er verkörpert den typischen „Hamsterrad-Läufer“. Erst als dieser über das Monopoly-System aufgeklärt wird, richtet er zum ersten Mal den Blick über den Tellerrand und beginnt seine aussichtslose Situation zu hinterfragen. Schließlich scheint Karl Kulation – der typische reiche Magnat, der seine „Schäfchen“ bereits im Trockenen hat – genau am anderen Ende des reich gedeckten Tisches zu sitzen und sich von diesem reichlich zu bedienen.

Der essentielle Unterschied zwischen beiden Darstellern liegt darin, was sie sich am Ende des Monats – dem Zahltag – leisten.

Während Rainer Zufall das ganze verfügbare Einkommen (und so manchen Monat sogar weit darüber hinaus) in Verbindlichkeiten steckt, kauft Karl Kulation überwiegend Vermögenswerte. Das hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass der eine finanziell frei und der andere ein Geldsklave geworden ist.

Insofern muss der Ansatz in die finanzielle Freiheit (und später auch die Autarkie) zunächst eine Verringerung der Verbindlichkeiten heißen. In diesem Rahmen musst du aufpassen, dass du Verbindlichkeiten auch als solche identifizierst. Häufig verstecken sich nämlich hinter vermeintlichen Vermögenswerten Verbindlichkeiten, z.B. beim PKW oder dem Eigenheim. Ist dieser Schritt getan, kann man alles in die Wege leiten, damit die Einnahmen Monat für Monat (in immer größerem Maße) die Ausgaben übersteigen. Außerdem solltest du das verfügbare Kapital am Monatsende nicht mehr in für die finanzielle Freiheit hinderliche Verbindlichkeiten oder andere Konsumartikel stecken, sondern in Vermögenswerte investieren. Im Zuge dessen eliminierst du also zusätzlich der Umwelt schadenden unnötigen Konsum, weil du dich an der Prämisse „weniger ist mehr“ orientierst.

Wenn du Vermögen aufbaust, solltest du dich zudem der vor allem langfristig wirkmächtigen Akkumulation des Zinseszins-Effekts bedienen. Diese ist den meisten Menschen, weil es sich hier um exponentielles Wachstum handelt, immer noch ein verborgenes Geheimnis! Ein kurzes Beispiel soll dies verdeutlichen:

Bei einem Zinssatz von 5 Prozent, der sich jährlich weiterverzinst, verdoppelt sich der Anfangsbetrag nach 15 Jahren! Hast du also rein hypothetisch 1 Mio. Euro zu 5 Prozent Zinsen angelegt, sind daraus nach 15 Jahren 2 Mio. Euro geworden!

Darüber hinaus solltest du als an der finanziellen Freiheit Interessierter unbedingt an einer nebenberuflichen Selbstständigkeit – idealerweise durch passives Einkommen – arbeiten.

Passives Einkommen definiert einen Prozess, der, entgegen eines weit verbreiteten Irrtums, durchaus mit (viel) Arbeit verbunden ist. Gerade zu Beginn investierst du in eigene Produkte oder Dienstleistungen viel Zeit und Arbeit. Die Lorbeeren, die finanzielle Vergütung, erntest du später jedoch mit deutlich geringerem Aufwand und nahezu automatisiert.

In diesem Rahmen haben wir eine Freiheitsformel entwickelt. Sie zielt auf die Errechnung eines Arbeitsstunden-Faktors (F) ab. Dieser definiert sich als Ausgaben (A) geteilt durch Einnahmen (E).

F = A / E

Während A die Summe deines Lebensstandards quantitativ darstellt, zeigt E wie viel Geld du monatlich durch Tätigkeiten als Angestellter oder Selbstständiger einnimmst. Je geringer der Faktor Arbeitsstunden (F), umso näher bist du deinem Ziel der finanziellen Freiheit. Liegt er über 1 machst du Schulden. Infolgedessen gibt der Faktor Arbeitsstunden an, wie viel Prozent des Einkommens ausgereicht hätte, um deine Ausgaben zu decken. Multiplizierst du also den Faktor Arbeitsstunden mit der Anzahl der im Monat gearbeiteten Stunden, wird ersichtlich, wie viele Arbeitsstunden zur Deckung des Lebensstandards ausgereicht hätten. Letzten Endes muss sich dein Ziel aus der Senkung der Ausgaben und der Steigerung der Einnahmen definieren.

Auf diese Weise senkst du den Faktor Arbeitsstunden auf ein Minimum. Beziehst du dein aktuelles Geldvermögen in die Berechnung ein, kannst du anhand dieses Faktors auch ablesen wie viele Monate oder Jahre du bei einem konstantem Ausgabenniveau ohne Einkommen aushalten könntest. Hierfür addierst du dein Geldvermögen (G) einfach zu den Einnahmen.

F = A / (E + G)

Ein Faktor von 0,125 hieße beispielsweise, du könntest alle Ausgaben 8 Monate lang auch ohne Einkommen decken. Der Faktor 1 heißt, du schaffst es genau einen Monat. Ein Faktor von 0,01 würde tolle 100 Monate bzw. 8 Jahre und 4 Monate bedeuten. Finanzielle Freiheit heißt also dem Faktor Arbeitsstunden (F) von Null möglichst nahe zu kommen.

Viele Menschen streben darüber hinaus nach Autarkie. Wahre Autarkie geht weit über die finanzielle Unabhängigkeit hinaus. Sie bedeutet, dass du dich sukzessive von Abhängigkeiten und Verbindlichkeiten löst. Schließlich sind gerade Verbindlichkeiten dafür verantwortlich, dass du dich nicht frei fühlst. Sie ketten dich an ein System das von den “grauen Herren” beherrscht wird. Genau diese grauen Herren sind daran interessiert deine Lebenszeit und Leistung möglichst günstig gegen bedruckte Papierscheine, oder gar nur digitale Zahlen, zu tauschen.

Wahre Autarkie ist insofern auf allen Ebenen verwirklichte Freiheit. Diese Freiheit beinhaltet neben materiellen auch nicht-materielle (geistige) Aspekte. Auch diese werden in unserem Buch “Der Hamster verlässt das Rad” ausführlich beschrieben.

Besucht uns am besten auf → www.geldsystem-verstehen.de!

Über die Autoren

Jens und Chris II

Chris & Jens sind die Gründer des Blogs „Geldsystem-verstehen.de“ und die Autoren der Bücher „Der Hamster verlässt das Rad“ und „Tag auf Tag im Hamsterrad„.

Veröffentlicht von

Philipp Kammerer

Philipp Kammerer ist Life Hacker, Blogger und Autor. Er ist auf der Mission, anderen Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen.

2 Gedanken zu „Das Geldsystem verstehen: So einfach, dass es sogar deine Kinder schaffen“

  1. Hallo,

    schöner, leicht verständlicher Artikel.

    Gerade die Autarkie ist ein Punkt, über den es lohnt nachzudenken. Dieser Begriff ist nämlich allumfassend. Die meisten Blogs bzw. Blogbetreiber und viele der begeisterten Leser denken nur über die finanzielle Unabhängigkeit nach. Nicht nur, dass viele keinen Plan B im Hinterkopf haben, was sie eigentlich mit der dann gewonnenen Freizeit anfangen wollen, sondern die wirkliche Minimalisierung des „Gesamt-Hamsterrades“ fehlt. Klar kann ich durch die Einschränkung meines Lebensstils und der Erhöhung meines Einkommens in Verbindung mit einer kräftigen Sparquote zu finanzieller Freiheit kommen. Bin ich dann aber wirklich frei?
    Und hier beginnt der Denkansatz der Autarkie. Natürlich lassen sich einige Verpflichtungen gegenüber anderen, wie der Familie oder der Gesellschaft nur abstellen, indem man das Leben eines Eremiten in den Wäldern führt. Das ist auch nicht unbedingt Sinn und Zweck der Autarkie. Allerdings kann sich jeder Einzelne ziemlich autark machen, indem er seine Verpflichtungen durch den Konsum und die Absicherung auf ein Minimum herunterfährt . Ein einfaches Beispiel ist die Selbstversorgung mit Strom durch den Einsatz einer Photovoltaikanlage. Hier spreche ich dann auch explizit von Beschränkungen auf das Minimum. Wartungen, Reparaturen, Ersatzbeschaffungen und auch der Einkauf von Strom bei einer Minderproduktion der eigenen Anlage zwingen zur Interaktion und der damit verbundenen Leistungsverpflichtung gegenüber anderen. Dieses Beispiel lässt sich auf beliebig viele Lebensbereiche übertragen, womit der Nenner des ganzen ist, dass völlige Autarkie nur schwer möglich aber zumindest bis zu einem bestimmten Grad möglich ist. Das Erreichen dieses Grades, welcher von jedem Strebenden selbst bestimmt werden muss, kann dann das Maß an Freiheit bringen, die sich der einzelne, der dieses Ziel anstrebt, wünscht.

    VG

    alelab

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    1. Hallo Alelab,

      danke für deinen netten Kommentar.

      Ich denke, dass jeder selbst bestimmen muss, was für ihn Freiheit bedeutet.

      Ich bin kein Fan von Konsum, aber ich möchte mir manchmal etwas gönnen. Das ist auch Konsum, aber es gehört für mich dazu.

      MFG Philipp

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