5 Lügen, die dich als Investor immer erfolglos machen

Zwei Brüder werden von den selben Eltern erzogen. Sie gehen zur selben Schule. Sie besuchen die selbe Uni.

Einer der Brüder wird erfolgreich – und der andere nicht.

Erfolg hängt großteils nicht von unseren Genen ab. Oder von unserer schulischen Ausbildung. Sondern von unseren Glaubenssätzen.

Beim Investieren ist es nicht anders: Unser Erfolg an der Börse hängt großteils von unseren Glaubenssätzen ab.

In diesem Artikel stelle ich dir 5 Lügen vor, die du aus deinen Kopf bringen musst. Lösche sie!

  1. Ich outperforme den Markt.

Gehe in die Stadt und mache eine Umfrage: „Kannst du durchschnittlich gut Auto fahren?“

80% der befragten Menschen werden die Frage bejahen. Sie werden sagen: „Natürlich fahre ich überdurchschnittlich gut mit dem Auto.“

Es können aber nur 50% überdurchschnittlich gut mit dem Auto fahren. Und 50% fahren schlechter als der Durchschnitt mit dem Auto. So ist der Durchschnitt definiert.

Frage in eine Männer-Runde: „Wer ist überdurchschnittlich gut im Bett?“ Über 90% der Männer werden sagen, dass sie überdurchschnittlich gut im Bett sind.

Tatsächlich können nur 50% aller Männer überdurchschnittlich gut im Bett sein.

Fragst du in eine Runde von Privatanlegern, wer über durchschnittlich gut anlegt, ist es nicht anders. Sie überschätzen ihre Leistung.

Für die meisten Privatanleger macht nur das passive Investieren Sinn!

Ich sage nicht, dass aktives Investieren nie Sinn macht. Es macht immer Sinn, wenn du ein Experte bist.

Du bist hauptberuflich Immobilienmakler? Dann investiere aktiv in Immobilien!

Du bist hauptberuflich Online-Marketer? Dann investiere aktiv in Websites!

Und investiere passiv in Aktien und andere Asset-Klassen!

2. Ich besitze die volle Kontrolle.

Aktive Privatanleger halten sich nicht nur für überdurchschnittlich gut. Sie glauben auch, dass sie die volle Kontrolle über ihr Investment besitzen.

Das ist nur bei einem Investment richtig: Dein eigenes Business.

Du besitzt nicht die volle Kontrolle über Aktien-Investments. Außer du kannst ganze Aktiengesellschaften aufkaufen. Das schließe ich jetzt einfach einmal aus – dann würdest du vermutlich  diesen Artikel nicht lesen.

Du hast keine Entscheidungsmacht über die Aktiengesellschaften, in die du investierst.

Diese Entscheidungsmacht besitzen die CEOs. Sie besitzen die Kontrolle über dein Geld – nicht du!

Je niedriger die Kontrolle, desto höher muss die Diversifikation sein.

Deshalb empfehle ich dir immer in dein eigenes Business zu investieren. Dort hast du tatsächlich die ganze Kontrolle. Aus Diversifikationsgründen sollst du auch in Aktien investieren – aber passiv.

Investiere aktiv in dein Business und an der Börse passiv!

3. Diesmal ist alles anders.

Der gefährlichste Satz an der Börse ist: „Diesmal ist alles anders.“

Lerne aus deinen Fehlern, wenn du dir deine Finger verbrannt hast. Mache deine Fehler kein zweites Mal. Wer aus seinen Fehlern lernt, wird erfolgreich. Wer seine Fehler ein zweites oder drittes Mal macht, ist ein Idiot.

Der Auslöser der Finanzkrise 2007 waren CDOs – eine Bündelung von faulen Krediten. Die Menschen verloren ein Vermögen damit. Und trotzdem investieren die Menschen weiterhin in faule Kredite.

In der New Economy-Blase investierten die Privatanleger in Unternehmen, die keine Gewinne machten. Sie verbrannten sich mächtig die Finger. Und trotzdem investieren sie weiterhin in Unternehmen, die keine Gewinne erwirtschaften.

In der Hoffnung, dass diesmal alles anders ist.

Aber diesmal ist nichts anders. Die faulen Kredite werden wieder ausfallen. Und die Unternehmen ohne Gewinne gehen wieder pleite.

4. Die Kosten beeinflussen nicht meine Rendite.

Einige Privatanleger sparen bis auf den letzten Stück Cent. Ihre Sparraten liegen bei über 50%. Aber bei einem sparen sie nicht: bei ihrer Geldanlage.

Bei der Geldanlage gilt: Kleinvieh macht sehr viel Mist.

Investiere in keine aktiven Fonds. Die Gebühren von aktiven Fonds sind ein Vielfaches von passiven. Ein aktiver Fonds müsste einen passiven um ca. 5% outperformen – nur um die Kosten auszugleichen.

Die Wahrheit ist: Die meisten aktiven Fonds outperformen ihre passiven Kontrahenten nicht.

Überprüfe auch die Kosten deiner Geldanlage. Deine Kosten gehen dir direkt bei der Rendite ab. Vergleiche die Konditionen. Mittlerweile gibt es Broker mit sehr guten Konditionen.

Hin und Her macht Taschen leer.

Häufiges Traden steigert direkt deine Kosten – und schmälert deine Rendite. Bei jedem Kauf und Verkauf fallen Transaktionskosten an. Ich bin ein Fan vom langfristigen Investieren. Du sparst dadurch nicht nur Transaktionskosten. Du schmälerst dadurch auch dein Risiko.

Rechne dir die Kosten deiner Geldanlage genau aus und halte sie so niedrig wie möglich!

5. Rendite entsteht durch Risiko.

Du denkst dir jetzt wahrscheinlich: „Was redet er? Natürlich entsteht Rendite durch Risiko.“

Grundsätzlich ist diese Gleichung richtig. Aber die meisten Menschen missachten den zweiten Teil der Gleichung. Du bekommst nicht automatisch eine höhere Rendite, wenn du ein höheres Risiko eingehst.

Angenommen du investierst in  langfristige griechische Anleihen. Das Risiko ist sehr hoch. Wenn die Anleihen ausfallen, verlierst du trotzdem Geld. Wenn ein Unternehmen kurz vor der Pleite steht, ist das Risiko hoch. Du verlierst trotzdem Geld, wenn es tatsächlich Pleite geht.

Durch Risiko entsteht keine hohe Rendite – sondern eine mögliche hohe Rendite.

Diese Rendite wird nicht garantiert – sonst wär es kein Risiko. Je mehr Risiko du eingehst, desto unwahrscheinlicher bekommst du die Rendite.

Was möchte ich dir damit sagen?

Viele Privatanleger überschätzen nicht nur ihr Können oder ihren Einfluss – sondern auch ihre Risikotoleranz. Kredite können ausfallen. Unternehmen können Pleite gehe. Und Mieter können die Miete nicht bezahlen.

Darauf musst du vorbereitet sein.

Gehe nur so viel Risiko ein, wie viel du wirklich verträgst. Bist du ein Sicherheitsdenker? Oder ein freiheitsliebender Mensch?

Du kannst nichts schlimmeres machen als deine Risikotoleranz falsch einzuschätzen. Beim nächsten Crash wirst du panisch reagieren.

Fazit

Der größte Erfolgsfaktor ist das Mindset – auch für Investoren. Diese 5 Lügen werden dich immer erfolglos als Investor bleiben lassen.

Streiche sie aus deinem Gedächtnis!

Eigne dir stattdessen ein erfolgsversprechendes Mindset an: Verstehe, dass du den Matkt nicht outperformst. Verstehe, dass du nicht die Kontrolle über deine Geldanlage besitzt. Verstehe, dass diesmal nicht alles anders ist. Verstehe, dass deine Kosten deine Rendite beeinflussen. Verstehe, dass Rendite nicht zwingend aus einem hohen Risiko resultiert.

Du bist besser als 80% der Privatanleger, wenn du diese 5 Lügen aus deinem Gedächtnis streichst.

Welche Investment-Mythen kennst du noch?

Schreibe sie in die Kommentare!

Über den Autor:

philippkammerer_1447971009_67Philipp Amadeus Kammerer ist der Gründer von Investment Amad€, Autor der Bücher “Deine Schule in die finanzielle Freiheit” und „GET OUT OF THE HELL JOB“ und auf dem besten Weg zur finanziellen Freiheit.

Veröffentlicht von

Philipp Kammerer

Philipp Kammerer ist Life Hacker, Blogger und Autor. Er ist auf der Mission, anderen Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen.

2 Gedanken zu „5 Lügen, die dich als Investor immer erfolglos machen“

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